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12.03.2010 | Freitag

Der SV Werder Bremen hat sich am Donnerstagabend beim FC Valencia ein 1:1-Remis erkämpft. Zunächst waren die Bremer durch Torsten Frings (23.) früh in Führung gegangen, dann jedoch bewiesen die Hausherren mehrfach ihre Klasse. Nach einem Platzverweis in Hälfte zwei drehte Valencia richtig auf und erzielte rasch den Ausgleich. Letztlich durfte sich Werder vor allem bei Keeper Tim Wiese bedanken, der zahlreiche Bälle und so die gute Ausgangslage für das Rückspiel festhielt.

Munter starteten die beiden europäischen Spitzenmannschaften in diese Achtelfinalpartie: Erst verpasste Valencias David Villa eine Hereingabe nur knapp im Fünfer, dann hatte Mesut Özil auf der Gegenseite die Führung für die Gäste auf dem Fuß, setzte den Ball aber schlussendlich über das Tor. Richtig laut wurde es im Estadio Mestalla erstmals, als Schiedsrichter Atkinson ein leichtes Trikotziehen von Ever Banega an Claudio Pizarro im Sechzehner mit einem Strafstoß ahndete. Das heimische Publikum war damit nicht einverstanden und rebellierte. Unterdessen markierte Torsten Frings per Elfmeter eiskalt die Führung für den SV Werder (23.), der in Hälfte eins überhaupt sehr clever agierte. Im Mittelfeld wurden die Räume sehr eng gemacht, und in Werders Innenverteidigung standen mit Naldo und Per Mertesacker zwei extrem ruhige und willensstarke Akteure, die gerade in Eins-gegen-Eins-Duellen brillierten.

Was jedoch in der ersten Hälfte noch perfekt funktionierte, ging in Durchgang zwei leider nur noch phasenweise auf. Valencia drückte nach dem Seitenwechsel, wollte natürlich mehr. Eine Rote Karte für Ever Benega, der in der 56. Minute zurecht wegen einer Tätlichkeit an Marko Marin vom Feld musste, sorgte überraschend dafür, dass der Gastgeber trotz Unterzahl Oberwasser bekam. "Nach dem Platzverweis waren wir viel zu passiv. Da haben wir Valencia richtig ins Spiel kommen lassen", kritisierte Klaus Allofs nach Spielschluss die Werder-Elf. Die Folge dieser Bremer Passivität war - nur wenige Augenblicke später - der 1:1-Ausgleich durch Juan Manuel Mata: ein Tor, das jedoch nicht unverdient fiel, da Valencia über weite Strecken die offensivere Elf an diesem Abend war.

"Wir waren selbst ein bisschen ängstlich nach dem Platzverweis. Keiner wusste so richtig, wie er mit der Situation umgehen sollte. Es hat lang gedauert, bis wir dann wieder einige Ballpassagen hatten und selbst zu Chancen kamen. In der zweiten Halbzeit haben wir all das vermissen lassen, was wir im ersten Durchgang clever umgestetzt haben", gestand Per Mertesacker selbstkritisch ein. Der FC Valencia machte fortan das Spiel, beflügelt von dem Gefühl, bereits das zweite Mal benachteiligt worden zu sein, und zudem motiviert durch den ohrenbetäubenden Lärm des heimischen Publikums. "Das war so hitzig, so laut, dass du nicht mal über zwei Meter mit dem Nebenmann kommunizieren konntest. Das Stadion unterstützt mit seiner engen Bauweise natürlich auch diese Atmosphäre", urteilte Clemens Fritz über die Stimmung im Mestalla-Stadion.

Werder berappelte sich in den Schlussminuten wieder. Claudio Pizarro hätte durchaus sogar noch den Siegtreffer für den Gast erzielen können. Trotzdem könnten die Grün-Weißen am Ende mit dem Remis zufrieden sein, so hatte doch allein David Silva dreimal die Möglichkeit, Valencia zum Sieg zu führen (59., 64., 78.). Tim Wiese, der einen starken Abend hatte, konnte die Chancen des spanischen Nationalspielers aber allesamt vereiteln. So konnte sich der SV Werder trotz einer schwächeren zweiten Hälfte doch noch eine passable Ausgangslage für das Rückspiel erarbeiten. Clemens Fritz freut sich jedenfalls schon auf das Heimspiel: "Nächste Woche sind wir es, die die Fans im Rücken haben. Eine solche Atmosphäre kann auch Weser-Stadion möglich sein."